30. Todestag von Karl Kohlbecker

Der Architekt Karl Kohlbecker gilt als Pionier des Industriebaus. Die Idee der menschlichen Fabrik zog sich durch seine Arbeit und Planungen.

Karl Kohlbecker

 

Im Jahre 1930 gründete der Sohn eines Ziegeleibesitzers im Alter von 24 Jahren das Architekturbüro Kohlbecker in Gaggenau. In den dreißiger Jahren plante Karl Kohlbecker die ersten Werke für  Daimler-Benz und Volkswagen. Später folgten weitere Bauaufträge unter anderem für die Daimler AG Werk Marienfelde, Großmotorenwerk Genshagen/Ludwigsfelde und den Daimler-Standorten Sindelfingen, Mannheim und Wörth.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlegte die Auto Union (heute Audi) ihren Standort nach Ingolstadt, wo Karl Kohlbecker die ersten Fertigungshallen im neuen Stammwerk plante. Noch heute zählen die großen Automobilhersteller zu den Kunden des Büros Kohlbecker.

1934 wurde das Hauptbüro nach Berlin verlegt. Jedoch begann Karl Kohlbecker nach 1945 als Ein-Mann-Büro in seiner durch den Krieg zerstörten Heimatstadt Gaggenau von neuem. Der Wiederaufbau seiner Heimatstadt, Wohnhäuser, Ladengeschäfte, Industriegebäude, das Rathaus prägten seine Arbeit von 1945 bis Mitte der 1950er Jahre. Hinzu kamen die Aufträge der französischen Zentralverwaltung mit Neubauten von Verwaltungsgebäude, Schulen, Hotels, Krankenstationen innerhalb der damaligen französischen Besatzungszone, sowie die Masterplanung der Werke der Daimler-Benz AG in Brasilien und Argentinien. 1959 stieg sein Sohn Christoph Kohlbecker in das Unternehmen ein – die Bürogemeinschaft „Karl und Christoph Kohlbecker wird gegründet.

Am 12. Februar 1982 starb Karl Kohlbecker in Gernsbach.